• Remo Daguati, CEO LOC AG

Standortmanagement: gerade in kritischen Zeiten wertvoll

Standortförderung ist erfolgreich, wenn nebst einer klaren Positionierung und wirksamen Promotion auch die richtigen "Produkte" und "Dienstleistungen" eines Standorts weiter entwickelt werden. In der Standortentwicklung werden Leit- und Schlüsselprojekte umgesetzt, welche das Gesamtangebot eines Standorts in Zukunft wirksam prägen.


Sofern Lücken zwischen der Positionierung eines Standorts und seinem tatsächlichen Angebot bestehen, so sollten diese durch die aktive Standortentwicklung geschlossen und mit entsprechenden Massnahmen belegt werden. Dabei spielen nebst der Standortförderungspolitik verschiedene Politikbereiche eine wesentliche Rolle, etwa die Innovationsförderung, die Bildungs- und Infrastruktur-Politik, die Raumordnung, der Verkehr (öffentlicher Verkehr, Individualverkehr, Langsamverkehr), die Steuer- und Finanzpolitik oder die Gestaltung des öffentlichen Raums mit städtebaulichen Aspekten.


Standorte, denen es gelingt, diese Fragestellungen gezielt zu koordinieren, die bestehenden Standortfaktoren weiter zu verbessern oder gar neue Alleinstellungsmerkmale (so genannte Unique Selling Proposition (USP)) aufzubauen, haben im Wettbewerb der Standorte die Nase vorne. Nicht zu unterschätzen ist, dass gerade bei der Vermarktung eines Standorts nicht nur bestehende Standortfaktoren (d.h. was zum Zeitpunkt eines Standortentscheids bereits geboten werden kann) eine Rolle spielen, sondern die prospektiven Entwicklungen eines Standorts (als Ergebnis einer aktiven Standortentwicklungspolitik) genauso in die Überlegungen eines Entscheidungsträgers einfliessen.


Eine aktive Standortentwicklung hat dafür zu sorgen, dass die Vision eines Standorts mehr und mehr zur Wirklichkeit wird, nach Prioritäten und Potenzialen gewichtete Handlungsfelder aktiv bearbeitet und Lücken im Standortangebot geschlossen werden. Dabei müssen auch verschiedene Akteure langfristig zusammenarbeiten, sei es die öffentliche Hand (nationale, regionale, kommunale Akteure) oder wichtige Partner bei der Standortentwicklung (Verbände, Sektororganisationen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen, Kulturanbieter etc.).


Standortentwicklung ist so quasi die Forschungs- und Entwicklungsabteilung eines Unternehmens – angewandt auf eine Stadt, Region oder eine Nation. Verlangt werden gerade in der Standortentwicklung Durchhaltewillen, Verbindlichkeit und entsprechende Ressourcen. Denn Standortentwicklungsprojekte dauern oft länger als vier Jahre, bis sie ihre Wirkung entfalten – gerade für politische Entscheidungsträger oft eine Geduldsprobe. Der politische Wille muss zusammen mit dem Willen der Wirtschaftsakteure und weiteren wichtigen Anspruchsgruppen vorhanden sein, einen Standort nachhaltig zu formen. Hierfür bedarf es aber auch Mitarbeitenden in den Standortförderungs-Teams, welche mit langfristigem Horizont und mit viel Struktur an Projekten arbeiten. Meilensteine werden langfristig angepeilt, um sie mit Geduld und Hartnäckigkeit zu erreichen, ohne die Bedürfnisse der Marktseite aus den Augen zu verlieren und auf den steten Wandel zu reagieren.



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