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  • AutorenbildRemo Daguati, CEO LOC AG

Wer dem Bestand Sorge trägt, zieht neue Unternehmen an

Auch bereits ansässige Unternehmen überarbeiten alle drei bis vier Jahre ihre Unternehmensstrategien und machen sich regelmässig Gedanken, ob ihr Standort- und Vertriebsnetz noch die richtigen Marktgebiete abdeckt oder die Talente von morgen ansprechen kann.


Markttrends spielen deshalb auch bei bereits ansässigen Firmen. Nachfolgend werden einige wichtigste Entwicklungen ausgeführt.


Entkopplung des Arbeitens vom Arbeitsort

Neue digitale Arbeitsformen entkoppeln die Arbeit vom Arbeitsort. Freiheiten in Bezug auf die Wahl von Arbeitsort und -zeit werden zum wesentlichen Entscheidungskriterium bei der Stellensuche. Das Home-Office gewinnt auch deshalb an Bedeutung, weil öffentliche Verkehrssysteme an ihre Grenzen geraten und Mobilität teurer wird. Mitarbeitende von Firmen, die ihren Geschäftssitz in den Zentren haben, erledigen ihre Arbeit vermehrt von zuhause aus – auch am Wohnsitz im grünen, ländlichen Raum. Auch wenn einige Firmen versuchen, die Mitarbeitenden zurück ins Büro zu holen, so pendeln sich Homeoffice und Büropräsenz am Firmensitz immer mehr ein. Gewisse Fachkräfte suchen für ihre Arbeit am Wohnort auch Co-Working-Strukturen auf, um Arbeit und Familienleben konsequent zu trennen, was auch das Vertrauen der Arbeitgeber in diese neuen Arbeitsformen stärkt.


Digitalisierung ermöglicht Re- bzw. Onshoring

Digitale Kommunikationsmittel gewinnen insgesamt an Bedeutung. Die Digitalisierung bietet aber auch Chancen, die Produktion und damit Werkplätze wieder näher an die Absatzmärkte zu bringen, dank dem gezielten Einsatz von Robotern kann die Produktivität von Prozessen und Verfahren gesteigert, kleine Serien können direkt vor Ort und innert kurzer Zeit produziert werden. Gerade im Dienstleistungsbereich kommt es vermehrt zu Onshoring, wobei ortsunabhängige Dienstleistungs-Funktionen aus den kostspieligen Zentren in Second-Tier Cities verlagert werden und so Lohn- und Kostenvorteile genutzt werden. Teilweise können auch gesetzliche Auflagen in hochregulativen Sektoren ein Onshoring verlangen, da eine Auslagerung ins Ausland ausgeschlossen werden muss, der Kostendruck aber hoch bleibt. Rechtliche Auslegungen, etwa beim Datenschutz, sind ebenso ein Treiber für Onshore-Lösungen. Diese bereits bestehenden Trends wurden zudem durch die kriegerischen Auseinandersetzung in der Ukraine weiter verschärft (siehe CS-Studie), welche die Supply Chains der Unternehmen weiter herausgefordert haben.


Multimodale, flexible Immobilienstandorte

Auch im Dienstleistungs- und Gewerbebereich bei Standorten für KMU ergeben sich Neuerungen. Gebäude werden mehrgeschossig als Mischnutzungen verdichtet, Gewerbenutzungen mit Büros kombiniert, Lagerflächen und Liftsysteme sind optimiert und immer stärker vertikalisiert. Gerade Unternehmen der produzierenden Industrie sind auf Entwicklungsflächen angewiesen, um ihre Produktionsprozesse und Lagermöglichkeiten auch räumlich zu optimieren.


Unternehmen bei Umzügen begleiten statt verdrängen

Unternehmen, welche in Wohn-Gewerbe-Gebieten erfolgreich entwickeln und produzieren, kommen immer stärker in Konflikte wegen Immissionen und Beschwerden von Nachbarn. Häufig können solche Grundstücke durch Umzonungen für Wohnnutzungen frei gegeben werden. Idealerweise werden die Firmen in der Region gehalten, weshalb ein gewerbliches Entwicklungsgebiet Nutzflächen für solche umzugswillige Firmen kurzfristig bereitstellen sollte. Eine proaktive, unbürokratische Unterstützung durch die Gemeinden, die Region und den Kanton sowie kurze Wege werden im Gegenzug von umzugswilligen Firmen erwartet.


Wer dem Bestand Sorge trägt, der zieht auch neue Unternehmen an

Wirtschaftsregionen, denen es gelingt, ihre Schlüsselareale auf die genannten Trends auszurichten, können nicht nur bereits ansässige Firmen besser halten. Sie haben gleichsam besondere Vorteile, um auch Firmen aus den Nachbarregionen oder dem Inland zu gewinnen, wo diesen Trends keine Beachtung geschenkt wird.





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