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Ansiedlungszahlen Schweiz 2025: robuster Trend mit Luft nach oben

  • Autorenbild: Remo Daguati, CEO LOC AG
    Remo Daguati, CEO LOC AG
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  • 2 Min. Lesezeit

2025 zeigt sich das Bild der internationalen Firmenansiedlungen in der Schweiz insgesamt robust. Trotz eines herausfordernden geopolitischen Umfelds konnten die kantonalen, regionalen und nationalen Standortpromotionsstellen schweizweit 264 internationale Unternehmen bei der Ansiedlung unterstützen.


Rund vier Fünftel dieser Firmen stammen aus den fünf von Bund, Kantonen und Regionen priorisierten Schlüsseltechnologien Future of Health, Digital Worlds, Automation, Food und Finance. Im ersten Betriebsjahr schufen die neu angesiedelten Unternehmen 919 Arbeitsplätze; für die nächsten drei Jahre sind insgesamt über 2’687 weitere Stellen geplant.


Regionale Differenzierung

Regional zeigt sich ein differenziertes Bild. Die Greater Zurich Area meldet für 2025 98 Ansiedlungen nach 91 im Vorjahr. Laut Jahresbericht wurden 371 neue Kundenprojekte bearbeitet; 88 Prozent der Ansiedlungen entfielen auf aktiv vermarktete Fokusindustrien. Besonders bemerkenswert ist die qualitative Zusammensetzung: 29 Unternehmen bauten R&D-Funktionen auf, 24 planten ein Headquarter in der Region. Im ersten Jahr wurden 397 Arbeitsplätze geschaffen; über fünf Jahre werden 1’295 Jobs erwartet.


Auch die Greater Geneva Bern area (GGBa) legte deutlich zu. Für die Westschweiz werden 91 Neuansiedlungen ausländischer Unternehmen ausgewiesen. Damit sollen in den nächsten drei Jahren 740 Arbeitsplätze entstehen. Die GGBa betont dabei ihren selektiven Ansatz: Im Vordergrund stehen Projekte, die zu den regionalen Stärken in Industrie, Technologie und Wissenschaft passen. Genannt werden unter anderem Ansiedlungen in Freiburg, Neuenburg, Bern, Waadt und Genf.


Die Basel Area schloss 2025 ebenfalls sehr stark ab und unterstützte 38 Firmenansiedlungen in den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Jura. Das ist laut Basel Area das zweitbeste Resultat ihrer Geschichte. 27 der angesiedelten Unternehmen stammen aus den Life Sciences. Die neu angesiedelten Firmen schufen laut Medienmitteilung rund 120 Arbeitsplätze; im Jahresbericht wird für die drei Kantone zusammen von rund 390 geplanten neuen Stellen in den nächsten drei bis fünf Jahren gesprochen. Regional verteilt sich dies auf 20 Ansiedlungen in Basel-Stadt, 14 in Basel-Landschaft und 4 im Jura.


86 Prozent der Ansiedlungen bei Greater Areas

Damit stammen allein aus den bereits publizierten Regionalzahlen von Greater Zurich Area, Greater Geneva Berne Area und Basel Area zusammen 227 Ansiedlungen. Das entspricht rund 86 Prozent des national ausgewiesenen Volumens von 264 Ansiedlungen. Noch ausstehend sind die Zahlen der Zentralschweiz (v.a. Kanton Luzern), welche ebenfalls zu einem Player für Direktinvestitionen zählt. Die Ostschweizer Kantone (St.Gallen Bodensee Area) verzichten seit Jahren auf eine Publikation von Zahlen – wohl auch wegen der sehr tiefen Dynamik. Die bisher veröffentlichten Daten zeigen damit klar: Die internationale Standortnachfrage konzentriert sich weiterhin stark auf die grossen Schweizer Wirtschafts- und Innovationsräume. Gleichzeitig verschiebt sich der Fokus immer deutlicher weg von reiner Quantität hin zu technologie- und wertschöpfungsintensiven Projekten.


Zukunft der Standortpromotion

Nicht die blosse Anzahl Ansiedlungen sei entscheidend, so die VDK, sondern auch deren Qualität. Die Zahlen 2025 deuten darauf hin, dass die Schweiz ihre Position vor allem dort behauptet, wo sie forschungsnahe, technologiegetriebene und international vernetzte Unternehmen anzieht. Angesichts geopolitischer Spannungen, verschärfter Standortkonkurrenz und fragiler Wertschöpfungsketten wird der Bund mit den Kantonen dennoch seine Standortförderung überdenken müssen. Gefragt ist auch eine raumrelevante Wirtschaftspolitik, modernisierte Instrumente der Regionalpolitik, rasch verfügbare Entwicklungsflächen sowie koordinierte und beschleunigte Verfahren für volkswirtschaftlich relevante Vorhaben. Schliesslich hat Standortwettbewerb auch zu einem Förderwettbewerb der Blöcke entwickelt – entsprechend wären neue Impulse nötig.



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